Minigärtner im Einsatz – wenn Taglilien auch zum Essen da sind

Die Regionalgruppe Müllheim-Badenweiler mit Schülern der René-Schickele-Schule und der Adolph-Blankenhorn-Schule waren bei der Gräfin Zeppelin unterwegs.

Sind Taglilien essbar? Wie schmecken sie? Und warum ist es im Komposthaufen warm? Die Minigärtner der Regionalgruppe Müllheim-Badenweiler hatten eine Menge Fragen. Sieben Kinder von der René-Schickele-Schule Badenweiler und zehn Kinder von der Adolph-Blankenhorn-Schule Müllheim trafen sich in der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin, um Blumen, Stauden und Sträucher zu entdecken. Begrüßt wurden die 17 Dritt-und Viertklässler von Staudengärtnereimeisterin Martina Winterhalter, die die Gruppe auch durch den Betrieb führte.

Zunächst aber war die Gräfin von Zeppelin, die der weltweit bekannten Staudengärtnerei ihren Namen gab, für die Minigärtner interessant. Was ist eine Gräfin? Wo wohnt die Gräfin? Wenn die Gräfin nicht zu uns kommt, dann könnten wir sie doch im Gutshaus besuchen? Geduldig beantwortete Martina Winterhalter alle diese Fragen zu Helen Gräfin von Zeppelin, die vor 90 Jahren den Betrieb gegründet und einen grünen Daumen hatte.

Als Besucherin habe sie Helen Gräfin von Zeppelin noch selbst erlebt, sagt Martina Winterhalter. Diese habe unter anderem Stauden angesiedelt und gezüchtet. Das Steckenpferd der Gräfin aber seien die Schwertlilien gewesen, womit sie viele Preise gewonnen habe, so Winterhalter. Davon gebe es 300 bis 400 verschiedene Sorten im Betrieb. Damit habe sich die Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin bei Gärtnern in der ganzen Welt einen Namen gemacht.

Nach dieser kurzen Einführung lud Martina Winterhalter zu einem Rundgang über das Gelände ein. Dabei gab es nicht nur eine Menge von Informationen über die angebauten Pflanzen, sondern vor allem Mitmachen lautete die Devise. Und es gab Regeln zu beachten: Nicht in die Beete treten, Pflanzen werden nicht abgerupft und Müll bleibt in der Tasche.

Die Minigärtner erhielten eine Schere und einen Korb und schnitten unter anderem Gräser, Blumen und Hagebuttenzweige, aus denen später attraktive Arrangements und Gestecke entstanden. Taglilien seien essbar, erklärte Martina Winterhalter und verteilte kleine Kostproben. Und wie schmecken die Taglilien? Hier gingen die Meinungen auseinander. Ein bisschen wie Banane oder doch eher wie rohe Erbsen? Das musste jeder für sich entscheiden. Interessant war auch, wie ein Komposthaufen funktioniert. Wer sich traute, selbst einmal die Hand hineinzustecken, der stellte fest, dass es im Inneren des Haufens warm war. Aber wer hatte dieses Feuer angezündet, was ist in der Erde los? Bakterien zersetzten den Kompost, dabei entsteht Wärme – auch wenn es regnet, erklärte Martina Winterhalter. Am Ende des zweistündigen Besuchs lernten die jungen Gärtner und Gärtnerinnen im Gewächshaus wie Stecklinge gemacht und Taglilien geteilt werden. Jeder Minigärtner durfte eine Taglilie eintopfen und mit nach Hause nehmen.

Begleitet wurden die Kinder von Teamleiter Ulrich Pfefferer von der Pfefferer Baumkultur GmbH. Die “Gartenchecker” der Regionalgruppe Müllheim-Badenweiler, die es seit Anfang des Jahres gibt, sei Teil des Projekts “Europa-Minigärtner”, das im Sommer 2013 auf Initiative von Gräfin Bettina Bernadotte von der Blumeninsel Mainau startete. Einmal im Monat würden die Kinder in zwei Stunden in Gartenbaubetrieben das Gärtnern lernen. Insgesamt würden die teilnehmenden Partnerbetriebe ein breites Spektrum der Bereiche im Gartenbau bieten. Dieses umfasse den Obstbau, Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Staudengärtnerei, Gemüseanbau und Floristik, so Ulrich Pfefferer. Ziel des Projekts sei es, interessierte Kinder für den Gartenbau zu begeistern. An den Kosten würden sich die Eltern mit 100 Euro Zweijahresbeitrag beteiligen, so Pfefferer.

Ingeborg Grziwa
Quelle: Badische Zeitung vom 13.10.2016