Kalvarienberg bleibt Erholungsgebiet

Gemeinde Murg kauft Kirchenfonds Grundstücke ab und stellt Verkehrssicherheit wieder her.

MURG (mig). Der Kalvarienberg soll auch in Zukunft für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben und der Erholung und Erbauung dienen. Zu diesem Zweck kaufte die Gemeinde Murg Grundstücke vom katholischen Kirchenfonds an und ließ mehrere Bäume sachgerecht pflegen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Am Donnerstag stellte Bürgermeister Adrian Schmidle das Projekt in einem Pressegespräch vor.

Begründet wird die Maßnahme mit dem Pflegerückstand: Wegen des Totholzes bestand nämlich die Gefahr, dass Äste herabstürzen und Fußgänger verletzen könnten. Vor dem Aufgang zur 1890 erbauten Lourdes-Grotte warnte daher ein Schild, dass das Gelände in Privatbesitz sei und das Betreten auf eigene Gefahr erfolge. “Wir wollten verhindern, dass der Weg eines Tages völlig gesperrt wird”, so Schmidle. Da es sich bei dem Kalvarienberg um ein Naherholungsgebiet handelt, kaufte die Gemeinde im März einen Teil des Geländes der katholischen Kirchengemeinde “zu einem fairen Preis” ab, so Schmidle. Auch der bisher gepachtete Spielplatz ging somit in den Besitz der Gemeinde über. Außerdem befindet sich hinter dem Parkplatz am Römerweg ein Gelände, auf dem ein Interessent ein Haus errichten möchte. Weil die am Hang befindlichen Bäume – es handelte sich um sechs Rosskastanien und Robinien – mehrere Faulstellen aufwiesen und nahe an der geplanten Bebauung standen, entschied man sich für eine “radikale Lösung”, so Schmidle, und ließ die Bäume im Februar fällen. Wenn das Haus errichtet sein wird, soll auch der Spielplatz wieder auf Vordermann gebracht werden.

Am Mittwoch und Donnerstag nahm die Firma “Baumkultur Pfefferer” aus Müllheim Pflegemaßnahmen an den beiden Ende des 19. Jahrhunderts gepflanzten Linden bei der Lourdesgrotte vor. “Wir haben die Kronen vom Totholz befreit und Baumanker zum Ausgleich der Kräfte gesetzt”, erklärte der Fachagrarwirt Gottfried Schlichenmaier. Dies diene sowohl dem Baumerhalt als auch der Verkehrssicherung. Der Bauhof wird das Totholz zerhäckseln und zur Bodenverbesserung ausbringen. Ebenso nahmen die vier Mitarbeiter der Fachfirma Pflegemaßnahmen an den weiter oben befindlichen Kastanien, Eichen und Buchen vor. Später wird noch die Ulme zurückgestutzt und als Totholz – beispielsweise für Spechte – erhalten. Die Maßnahmen kosten insgesamt rund 6000 Euro. Der Bauhof wird neue Erholungsbänke aufstellen und das Geländer am Kreuzweg streichen.

mig
Quelle: Badische Zeitung vom 05.05.2017